KI & BUSINESS

Weiß KI, dass es Ihr Unternehmen gibt?

Ich hab's letzte Woche selbst ausprobiert, halb aus Neugier, halb aus Misstrauen: „Guter Friseur in Judenburg" bei ChatGPT eingetippt. Kam ein Name. Nicht der, den ich erwartet hätte. Also hab ich nachgebohrt, warum gerade der. Eine wirklich klare Antwort hab ich nicht bekommen – aber wenn man sich anschaut, was über den Betrieb im Netz steht, braucht man auch keine. Über den einen gibt es Bewertungen, Beschreibungen, eine ordentliche Website. Über die anderen fast nichts.

Die KI hatte einfach mehr Text zur Verfügung. So banal ist das vermutlich.

Sie weiß nicht, wer besser arbeitet. Sie weiß nur, wer mehr geschrieben hat

Das ist der Punkt, an dem die meisten falsch abbiegen, wenn sie über ChatGPT nachdenken. Da sitzt niemand im Hintergrund und beurteilt die Arbeit. Kein Qualitätsgefühl, keine zweite Meinung. Die Maschine kann nur eines: schauen, was sich im Netz finden lässt – und ob davon genug konkret ist, um es weiterzugeben.

Ein Betrieb mit 40 Bewertungen hat deshalb meistens die besseren Karten als einer mit drei. Über die Arbeit selbst sagt das gar nichts, es ist schlicht mehr Material da, aus dem sich etwas zusammenbauen lässt. Und eine Website, die „hohe Qualität, faire Preise" sagt, bringt der KI nichts. Eine, die „Fassadenmalerei in Judenburg, 15 Jahre im Geschäft" sagt, schon. Das eine ist Werbesprache. Das andere ist ein Fakt, den man zitieren kann.

Ich hab früher auch geglaubt, das betrifft mich nicht

Ehrlich gesagt dachte ich lange, das sei ein Problem für große Firmen mit Marketingabteilung. Es ist genau umgekehrt. Wer allein oder mit kleinem Betrieb arbeitet, hat am wenigsten Text über sich im Netz – und verliert dadurch am meisten, wenn Leute nicht mehr googeln, sondern fragen.

Und das tun sie zunehmend. Keine zehn Treffer mehr durchklicken, kein Vergleichen – eine Antwort, ein Anruf. Steht man da nicht drin, landet der Anruf woanders. Die eigene Arbeit kann noch so gut sein, im Netz ist man trotzdem praktisch unsichtbar.

Was die KI tatsächlich anschaut

Drei, vier Dinge zählen wirklich:

Das Google-Profil – ist es aktuell, stehen echte, konkrete Bewertungen drauf? „War super" zählt fast nichts. „Hat die Fassade in drei Tagen fertig gestrichen, hat vorher gut beraten" – damit kann eine KI arbeiten.

Die eigene Website – steht dort klar, was gemacht wird und wo? Oder nur Floskeln, die jeder zweite Betrieb auch hat?

Und ob die Angaben überall gleich sind. Adresse, Nummer, Öffnungszeiten – wenn die auf drei Plattformen drei verschiedene Sachen sagen, sagt eine KI lieber gar nichts als etwas Falsches.

Was sich daraus machen lässt

Das Gute daran: Angefangen hat damit bisher kaum jemand. Das Feld ist noch ziemlich leer.

Nach jedem Auftrag um eine Bewertung bitten, am besten direkt vor Ort mit einer QR-Karte – das bringt mehr als jede E-Mail Wochen später. Auf der Website konkret werden statt allgemein. Und einmal selbst testen, was eine KI heute über einen findet. Meistens ist es weniger, als man hofft. Aber genau daran lässt sich arbeiten.

Wer das macht, taucht nicht nur bei Google weiter oben auf. Er taucht auch dort auf, wo die Leute mittlerweile zuerst fragen.

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